Nachhaltige Geschenkidee – Kerzen selber machen im Glas

Gerade im Winter gibt es doch nichts Schöneres als gemütlich im Wohnzimmer zu sitzen und im warmen Schein einer Kerze ein spannendes Buch zu lesen. Dieser Moment wird garantiert noch schöner, wenn man weiß, dass man die wunderbar leuchtende Kerze selbst gemacht hat. Selbstgemachte Kerzen sind nicht nur ein wundervolles Geschenk für einen selbst, sondern auch noch eine nachhaltige Geschenkidee für Weihnachten!

Für unseren neuen Blogbeitrag haben wir verschiedene DIY-Varianten zum Kerzengießen ausprobiert und zeigen dir, wie du in wenigen Schritten deine eigenen Kerzen selbst machen kannst. Von bunten Kerzen im Einmachglas, über Blockkerzen aus alten Klopapierrollen bis hin zu selbstgemachten Duftkerzen. Kerzen machen ist gar nicht schwer und eine schöne Beschäftigung für einen gemütlichen Adventsnachmittag zu Hause – allein oder mit Kindern.

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Geeignetes Wachs für Kerzen

Bienenwachs

Kerzen kann man aus verschiedenem Wachs herstellen. Die winterlichste Variante ist vermutlich aus Bienenwachs. Bienenwachskerzen duften von Natur aus nach süßem Honig und haben eine schöne goldgelbe Farbe. Echtes Bienenwachs ist ein reines Naturprodukt.

Das Wachs wird gewonnen, indem alte Bienenwaben eingeschmolzen und in ihre Bestandteile zerlegt werden. Reine Bienenwachspastillen für Kerzen gibt es im Bastelladen oder online zu kaufen. Der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt bei 62 bis 65°C.

Rapswachs

Eine nachhaltige Alternative zu Bienenwachs ist Rapswachs. Rapswachs eignet sich wunderbar für die Herzstellung von Kerzen und ist aus regionalem Anbau erhältlich. Es ist preiswert und hat seinen Schmelzpunkt bei 57 bis 61°C, ähnlich wie Bienenwachs. Das Besondere an Rapswachs ist seine glänzende Textur. Kerzen, die aus Rapswachs hergestellt sind, haben meist eine porzellanähnliche Oberflächenstruktur.

Rapswachs eignet sich besonders gut für die Herstellung von Duftkerzen. Das weiche Wachs ist sehr zugänglich für ätherische Öle. Allerdings sollte man bei Kerzen aus Rapswachs einen dickeren Docht verwenden als bei Bienenwachskerzen. Ansonst kann es passieren, dass die Kerze weniger gut brennt und nicht stark leuchtet.

Sojawachs

Sojawachs ist eine relativ neue Art in der Wachsherstellung. Das Wachs ist preiswert und vor allem für die Herstellung von Teelichtern und Kerzen im Glas beliebt. Sojawachs hat eine sehr lange Brenndauer, ist für Duftkerzen geeignet und brennt nahezu rußfrei ab.

Allerdings fängt das geschmolzene Kerzenwachs schnell an zu tropfen, weshalb es weniger für freistehende Kerzen verwendet wird. Der Schmelzpunkt von Sojawachs liegt etwas niedriger bei 50°C.

Im Vergleich zu anderen Wachsarten benötigt flüssiges Sojawachs etwas länger, bis es seine Festigkeit erreicht hat. Diese Eigenschaft macht es leichter, ätherische Öle oder andere Rohstoffe in die Masse einzuarbeiten.

Tabelle Wachsarten und Schmelzpunkte

Kerzen aus Bienenwachs ins Glas eingießen

Bienenwachskerzen herzustellen ist leicht und man benötigt nicht viele Materialen. Bei der Wahl des Gefäßes sind keine Grenzen gesetzt. Einen schönen Vintage-Look bekommt die Kerze im Einmachglas oder in der alten Lieblingstasse mit Sprung.

Man kann aber auch ein altes Marmeladenglas oder eine kleine Vase benutzen. Viele der benötigten Arbeitsmaterialen hat man bereits zu Hause. Bienenwachspastillen bekommt man im Bastelladen oder man kann sie sich einfach online bestellen. Das gleiche gilt für den Docht.

Bienenwachskerze im Glas DIY

Die richtige Stärke des Dochtes wählen

Bei der Wahl des richtigen Dochtes sind ein paar wichtige Punkte zu beachten. Investiere lieber etwas mehr Geld und kaufe dir dafür einen anständigen und hochwertigen Kerzendocht aus Baumwolle. Billige Angebote locken zwar mit günstigen Preisen, enttäuschen aber leider in Punkto Brenndauer und Kerzenschein.

Achtung, es gibt verschiedene Dochtstärken! Eine dünne Stabkerze mit 20mm Durchmesser brennt gut mit einem Docht der Stärke 1. Eine 30mm dicke Kerze bei Stärke 2 und dickere Kerzen mit 50mm Durchmesser bei Dochtstärke 6. Für richtig dicke Blockkerzen ab 60mm Durchmesser oder Kerzen in einem breiten Einmachglas sollte man einen Docht der Stärke 10 verwenden.

Die Vorbereitung

Bienenwachs, bzw. Wachs generell, lässt sich nur schwer von Möbeln oder aus der Kleidung entfernen. Daher sollte man zu Beginn der Bastelaktion in ein altes Hemd schlüpfen und die Arbeitsfläche gut mit alter Zeitung auslegen. Als nächstes werden die Arbeitsmaterialien griffbereit platziert.

Was du für Bienenwachskerzen aus dem Glas benötigst:

  • Zeitungspapier zum Unterlegen
  • leere Gläser für deine Kerzen (z.B. Marmeladengläser)
  • hochwertigen Baumwolldocht (als Schnur oder als fertigen Docht)
  • einen Holzspieß oder Wäscheklammern
  • einen Holzspatel zum Umrühren
  • eine leere und saubere Konservendose oder eine alte Metallschale
  • einen Topf mit Wasser
  • Bienenwachspastillen

Schritt 1:

Um das Wachs zum Schmelzen zu bringen, muss es zunächst langsam und bei mittlerer Stufe auf dem Herd in einem Wasserbad erhitzt werden. Der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt bei 62 bis 65°C. Wenn du keine alte Metallschüssel hast, in der du das Wachs verflüssigen kannst, kannst du auch einfach eine leere und saubere Konservendose nehmen.

Fülle nun die Bienenwachspastillen in die Metallschale oder die Büchse um und stelle das Gefäß für ca. 10 Minuten in ein Wasserbad, bis das Wachs flüssig ist. Achte darauf, dass das Wasser nicht anfängt zu kochen und keine Spritzer in den Topf gelangen. Du kannst das Wachs gelegentlich mit einem Holzspatel umrühren.

Tipp: Verwende lieber etwas mehr Pastillen. Durch die Luft in den Zwischenräumen verschätzt man sich schnell mit der benötigten Wachsmenge. Meistens sehen Pastillen nach mehr aus, im Vergleich zur gleichen Wachsmenge in flüssiger Form.

Schritt 2:

In der Zwischenzeit kannst du deine Gläser vorbereiten und jeweils mit einem Baumwolldocht präparieren. Wenn du dich für Dochtschnur entschieden hast, knote ein Ende um einen Holzspieß und lege ihn auf den Rand deiner Einmachgläser. Das andere Ende des Dochtes sollte den Boden des Glases berühren. Schneide die Dochtschnur lieber etwas großzügiger zu, am Ende kann man immer noch etwas überschüssiges Material abschneiden.

Achtung: Die Dochtschnur muss unbedingt richtig rum in die Kerze. Der Docht hat ein Flechtmuster in V-Form. Das V muss nach oben offen sein. Ansonsten wird die fertige Kerze nicht gut brennen.

Fertig zugeschnittene Dochte, die unten eine kleine Metallplatte haben, können mit einer Wäscheklammer-Konstruktion in der Mitte des Glases fixiert werden. Man kann auch wunderbar einen längeren Clipper verwenden, mit dem man offene Lebensmittelverpackungen verschließen kann.

Schritt 3:

Ist das Wachs flüssig, kann es vorsichtig in die Einmachgläser gefüllt werden. Dabei sollte der Docht in der Mitte der Gläser bleiben. Ist das heiße Wachs eingegossen, heißt es nur noch abwarten bis das Wachs hart ist. Die Wartezeit eignet sich super, um eine Tasse Tee zu trinken und Plätzchen zu naschen.

Bienenwachskerze im Einmachglas DIY

Upcycling Kerzen aus Klopapierrollen

Wer nicht weiß, wohin mit den ganzen Klorollen oder leeren Tetra Packs, für den haben wir eine super nachhaltige Lösung: Runde Blockkerzen aus alten Klopapierrollen! Hört sich das nicht bezaubernd an? Vielleicht musst du jetzt schmunzeln, aber alte Klorollen und kleine Tetra Packs sind beides ideale und nachhaltige Förmchen für Blockkerzen.

Und so geht’s:

Wie bereits oben beschrieben, das Wachs deiner Wahl im Wasserbad erwärmen und verflüssigen. In der Zwischenzeit den Docht in die leeren Klorollen und Tetra Packs mittig einspannen. Die leeren Pappförmchen anschließend in ein mit Sand gefülltes Gefäß drücken. Das garantiert, dass das flüssige Wachs in der leichtgewichtigen Form nicht entweichen kann. In der Form selbst sollte kein Sand sein. 

Anschließend das flüssige Wachs vorsichtig in die Upcycling-Förmchen füllen und erkalten lassen. Nach ca. zwei Stunden sollte das Wachs fest sein und man kann die Pappförmchen vorsichtig von der Kerze abziehen. Und schon hast du deine eigenen Blockkerzen hergestellt.

Tipp: Das Abziehen funktioniert am besten, wenn das Wachs zwar druckfest, aber noch etwas weich ist.

selbstgemachte Kerze aus Bienenwachs

Bunte Kerzen gießen

Kerzen im Einmachglas oder mit einer Papierrolle können auch ganz leicht bunt gefärbt werden. Am besten hierfür weißen Wachs verwenden. So sieht man die schönen Farben besser. Man kann die ganze Kerze in einem Farbton einfärben oder eine Regenbogenkerze mit vielen verschiedenen Farbschichten gießen. Dabei sollte man nur darauf achten, dass eine Schicht zuerst hart ist, bevor man die nächste farbige Schicht eingießt. Sonst kann es passieren, dass sich die verschieden farbigen Wachsteile mischen.

Weißes Wachs einfärben

Weißes Wachs lässt sich ganz leicht mit speziellen Farbkugeln für Wachs einfärben. Die Farbkugeln sind im Bastelladen oder online erhältlich. Zum Einfärben gibt man je nach Wachsmenge einen Teil der farbigen Wachskugeln, z. B. in der Farbe Rot, in das flüssige Wachs. Nach etwas Umrühren erhält man ein schön eingefärbtes rotes Wachs.

Kerzenwachs rot einfärben

Wer zu Hause im Malkasten Wachsmalkreide hat, kann auch davon ein kleines Stück abschneiden und in das weiße flüssige Wachs geben. Einfach so lange Wachsmalkreide hinzugeben und den Vorgang wiederholen, bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist. So lässt sich farbloses Wachs schnell und ohne großen Aufwand einfärben.

Duftkerzen selber machen

Wer seinen Raum gerne gut beduftet hat, kann sich auch eine eigene Duftkerze mit dem Lieblingsduft herstellen. Wir empfehlen, naturreine, echte ätherische Öle aus dem Naturkostladen, beispielsweise von Primavera, zu verwenden. Von billigen und synthetisch hergestellten Ölen raten wir dringend ab.

Achtung: Wer noch ein kleines Fläschchen ätherisches Öl im Schrank findet, sollte unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum achten. Die meisten Zitrusöle oxidieren schnell und sind deshalb nach dem Öffnen nur 12 Monate haltbar. Mandarinen-, Blutorangen-, und Orangenöl sogar nur sechs Monate. Werden sie danach weiterverwendet, können sie durch das Einatmen Kopfschmerzen verursachen.

Die richtige Dosierung

Wer glaubt, bei ätherischen Ölen gilt, viel hilft viel, liegt leider daneben. Vielmehr lautet die Devise:

„Allein die Dosis macht das Gift“ (Paracelsus, 1493-1541).

Im Internet findet man immer wieder Beiträge, in denen zu über 20 Tropfen ätherisches Öl pro Kerze geraten wird. Das ist definitiv zu viel! Bei ätherischen Ölen handelt es sich um hochkonzentrierte Pflanzeninhaltstoffe, die man unbedingt stark verdünnen muss. Bis zu 10 Tropfen pro Kerze reicht vollkommen aus. 

Wie stark riechen Duftkerzen mit ätherischen Ölen?

Fängt die Duftkerze an zu brennen, verbreiten sich die Duftmoleküle in der Luft des Raumes. Die Intensität des Geruchs kommt also zum einen auf die Größe des Raumes an und zum anderen auf den Menschen selbst. Ähnlich wie Schmecken ist auch Riechen etwas sehr Subjektives.

Während die einen Menschen einen Duft als intensiv wahrnehmen, bemerken andere den Duft kaum. Die Wirkung der ätherischen Öle entfaltet sich allerdings unabhängig von der Wahrnehmung des Duftes.

Fazit

Kerzengießen ist eine wundervolle und entspannende Beschäftigung an kalten, dunklen Wintertagen. Es ist im Grunde kinderleicht, wenn man sich über ein paar Punkte vorab gut informiert. dazu gehört das richtige Wachs, die Qualität und Dicke des Dochtes, das richtige Färben und ein angemessenes verwenden ätherischer Öle bei Duftkerzen.

Duftkerzen eignen sich wunderbar als selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk für die Liebsten. Allerdings ist hier bei der eignen Herstellung Vorsicht geboten. So empfehlen wir ganz klar, naturreine ätherische Öle zu verwenden und nicht irgendeinen synthetisch hergestellten Spekulatiusduft auszuwählen.

Alles Liebe,

Dein Econovo-Team 🌱

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